Die Auswahl der Innenwandfarbe scheint einfach zu sein – tatsächlich ist es eine Entscheidung bezüglich Material, Dampfdurchlässigkeit und Pflege zugleich. Eine kurzzeitig gut aussehende, aber dampfundurchlässige Farbschicht schimmelt in feuchten Räumen und schlecht belüfteten Innenbereichen, und nach einigen Monaten entstehen Schimmelflecken an der frisch gestrichenen weißen Wand. Es gibt kein schlimmeres Projekt, bei dem die Wirksamkeit des Endanstrichs hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Dampfdurchlässige (diffusionsoffene) Wandfarbe verschließt die Wand nicht: Die Wand atmet, die entstehende Feuchtigkeit diffundiert durch die Farbschicht und kondensiert nicht an der Oberfläche. Das ist besonders wichtig bei alten Gebäuden, deren Wände aus natürlichem Putz oder Ziegelmauerwerk bestehen und bei denen die Feuchtigkeitsbewegung kontinuierlich ist. Mit dampfdichten Farben überzogene alte Wände halten die Feuchtigkeit zurück, was zu Blasenbildung und Ablösung des Putzes führt.
Mineralische (Kalk- und Silikat-basierte) Innenfarben binden chemisch mit dem mineralischen Untergrund – sie bilden keinen Film, sondern werden Teil des Untergrunds. Deshalb blättern sie nicht ab und besitzen die höchste natürliche Dampfdurchlässigkeit unter den Innenfarben. Für alte, mineralische Putzflächen sind sie die geeignete Materialgruppe.
Einige Innenwandfarbsysteme sind in 150 oder mehr Farbtönen erhältlich, und das Angebot ist auch mit ergänzenden Materialien – Fugenmassen, Silikon, Dekorspachtel – abgestimmt. Das bedeutet, dass die Fuge des Bodens, die Wandfarbe und die Silikondichtung des Türrahmens aus derselben Farbpalette harmonisch kombiniert werden können.
Die Farbwahrnehmung hängt von der Beleuchtung, dem Ton benachbarter Materialien und der Oberflächentextur ab. Was auf dem Monitor warm wirkt, kann im natürlichen Licht kalt erscheinen. Was digital gesättigt aussieht, kann auf mineralischem Putz matt und zurückhaltend sein. Vor der endgültigen Farbauswahl sollte die Probe unter örtlicher Beleuchtung betrachtet werden – dies ist in unseren Ausstellungsräumen sowohl bei natürlichem als auch künstlichem Licht möglich.
In feuchten Räumen – Badezimmer, Küche, Keller – wo Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen die Bildung biologischer Beläge begünstigen, können antibakterielle Innenfarben verwendet werden. Diese Farben hemmen das Wachstum von Schimmel und Pilzen, ersetzen jedoch nicht die Behandlung der Feuchtigkeitsquelle.
Stöbern Sie in unserem Sortiment an Innenwandfarben oder lassen Sie sich beraten, um die passende Materialqualität und Farbkombination für Ihren Raum zu finden.
Die Kerakoll Color Collection ist ein integriertes Projekt, das innovative Materialien – Kunstharz, Zement, handgefertigtes Holz, Mikroüberzüge, Farben und Glasuren – in einer einzigen Farbpalette harmonisch vereint.