Lélegző mészvakolat: a régi falhoz illő, természetes anyag.

Geocalce oder Biocalce? Die drei Geocalce-Putze und ihre kalkbasierten Pendants

Wenn Sie ein altes, massives Haus oder ein Denkmal sanieren, stellt sich früher oder später die Frage: Geocalce oder Biocalce? Beide sind Kerakoll-Putze auf Basis von zementfreiem, natürlichem hydraulischem Kalk (NHL). Beide sind atmungsaktiv und passen zu altem Mauerwerk. Die Frage ist also nicht, welcher „besser“ ist, sondern worauf sie optimiert sind.

In diesem Artikel betrachten wir die drei Geocalce-Putze — Intonaco, Multiuso und Tenace — vergleichen sie mit den entsprechenden Biocalce-Produkten und zeigen, wann welcher zu wählen ist.

Die gemeinsame Basis: Kalk, kein Zement

Bevor wir auf die Unterschiede eingehen, ist es wichtig zu klären, warum einer von beiden besser ist. Alte Stein- und Ziegelfassaden sind dampfdurchlässig. Wird Zementputz aufgetragen, schließt der Zement den Dampf ein: die Wand bleibt feucht, aufsteigende Feuchtigkeit und Salze sammeln sich hinter dem Putz, der Putz bläht sich auf und löst sich ab.

Natürlicher hydraulischer Kalk (NHL) und mineralische Zusatzstoffe.
Natürlicher hydraulischer Kalk (NHL) und mineralische Zusatzstoffe.

Kalkputz ist das Gegenteil davon. NHL-Kalkputz lässt Dampf entweichen und bewegt sich dank seines niedrigen Elastizitätsmoduls mit der Wand mit, ohne zu reißen. Das können sowohl Geocalce als auch Biocalce. Auf einer alten Wand ist also jeder von beiden besser als Zement – die Wahl ist hier eine Frage der Feinabstimmung.

Und Atmungsaktivität ist nur die Überschrift. Dieselbe Kalkchemie macht die Wand salzbeständig (im Anstett-Test dehnt sich Kalk-Puzzolan um weniger als 0,8 % aus, Zement dagegen um etwa 40 %), verhindert Schimmelbildung (trockene, alkalische Oberfläche, nach ISO 846 bestätigt), macht das Material weich und reversibel (lässt sich schadlos von altem Ziegel oder Stein entfernen, weshalb es von Denkmalschutzbehörden akzeptiert wird) und sorgt für einen niedrigen ökologischen Fußabdruck (brennt bei niedrigeren Temperaturen als Zement und nimmt während der Bindung CO₂ aus der Luft auf). All das erläutern wir ausführlich in unserem Artikel Kalkputz: wofür und wann wählen?.

Kalk (µ ≈ 6) lässt Dampf deutlich besser durch als Zement (µ ≈ 20). Quelle: Biocalce Broschüre.
Kalk (µ ≈ 6) lässt Dampf deutlich besser durch als Zement (µ ≈ 20). Quelle: Biocalce Broschüre.

Der Hauptunterschied: Geo-Bindemittel versus reiner Kalk

Hier liegt das Missverständnis bei den meisten Vergleichen. Beide Familien basieren auf demselben NHL 3.5 natürlichen hydraulischen Kalk. Die entscheidende Komponente ist:

  • Geocalce — NHL 3.5 Kalk plus mineralischer Geo-Bindemittel. Das Geo-Bindemittel verleiht dem Geocalce seinen gräulichen Farbton, macht es zur Grundlage der Kerakoll-Struktur- und Erdbebensicheren Systeme und ermöglicht der Produktfamilie eine höhere Festigkeit (bei Putzen bis CS IV, bei den Antisismico-Strukturmörteln bis M5–M15). Außerdem ist es in der Regel wirtschaftlicher.
  • Biocalce — derselbe NHL 3.5 Kalk, aber rein, ohne geo-Bindemittel. Diese Reinheit verleiht dem Putz die beste Dampfdurchlässigkeit (niedriger µ-Wert) sowie die weiße/natürliche, erstklassige denkmalpflegerische Qualität.

Vergleich von reinem Kalkputz (weiß) und geo-bindemittelhaltigem Kalkputz (grau) – Biocalce vs Geocalce
Der gleiche NHL 3.5 Kalk: rein weiß (Biocalce) vs. gräulich mit geo-Bindemittel (Geocalce).

Einfache Faustregel: Je empfindlicher und wertvoller die Wand, desto eher Biocalce; je mehr es um Struktur oder Wirtschaftlichkeit geht, desto eher Geocalce. Und da beide aus demselben Kalk hergestellt sind, können sie im selben Schichtaufbau gemischt werden.

1. Geocalce Intonaco oder Biocalce Intonaco

Das ist die reinste Kombination — und auf dem Papier sind sie sich näher, als man denkt. Beide sind Grund- und Körperputze für alte Stein- oder Ziegelwände, beide NHL 3.5, beide CS II Klasse und benötigen ungefähr gleich viel Material pro Quadratmeter. Der Unterschied liegt in der Dampfdurchlässigkeit und im Preis, nicht in der Festigkeit.

  • Geocalce Intonaco — µ ≤ 15, gräulich, der wirtschaftliche Einstieg der Produktfamilie für großflächige Restaurierungen; kostet etwa halb so viel wie Biocalce bei gleichem Materialbedarf.
  • Biocalce Intonaco — reiner NHL 3.5 Kalk (ohne geo-Bindemittel), µ ≤ 6, also deutlich atmungsaktiver, weiß, höchste denkmalpflegerische Qualität; weich, reversibel, von der Denkmalpflege akzeptiertes Material.

Welches? Große Fläche, knappes Budget und wo gute Dampfdurchlässigkeit statt maximaler ausreicht → Geocalce Intonaco. Maximale Dampfdurchlässigkeit und höchste denkmalpflegerische Qualität → Biocalce Intonaco.

2. Geocalce Multiuso ↔ mehrere Biocalce-Produkte in einem

Multiuso hat kein einziges Biocalce-Zwillingsprodukt — und genau das ist der Punkt.

Geocalce Multiuso ist ein universeller, multifunktionaler Putz: gleichzeitig Putz-Spachtel (Glättspachtel) und Reparaturmörtel — er verputzt, glättet (spachtelt), repariert und verfugt, von 3 bis 30 mm, auf saugenden und nicht saugenden Untergründen gleichermaßen (alte Fliesen, Farbe, Beton), in Weiß, mit der höchsten Festigkeit der Produktfamilie (CS IV + R1).

Auf der Biocalce-Seite sind diese Aufgaben auf verschiedene Produkte verteilt: Intonaco für die Grundschicht, Intonachino Fino zum Glätten, Muratura für das Mauern und das Ausbessern fehlender Wandteile. Und Multiuso kann trotzdem zwei Dinge, die keines der anderen kann: R1-Klasse Reparatur (EN 1504-3) und Haftung auf nicht saugenden Untergründen.

Da es sich um ein 2-in-1-Produkt handelt, sollte man den Preis entsprechend betrachten. Ein Sack Multiuso wirkt im Vergleich zu einem einfachen Grundputz teuer – aber der echte Vergleich ist der Preis für einen Grundputz plus einen separaten Feinputz, da Multiuso beides ersetzt. So gesehen ist ein Sack Multiuso günstiger als zwei einzelne Produkte und es bleibt weniger Restmaterial übrig. Bei großen, einfachen Wandflächen ist jedoch ein dafür vorgesehener Grundputz wie Intonaco weiterhin die günstigste Art, Quadratmeter abzudecken.

Welchen wählen? Kleine oder gemischte Arbeiten, nicht saugender Untergrund, Ein-Produkt-Lösung → Multiuso. Große Flächen, klare Schichtfolge und Spitzen-Dampfdurchlässigkeit → separate Biocalce-Produkte.

3. Geocalce Tenace ↔ die technische Stufe, ohne Biocalce-Entsprechung

Geocalce Tenace ist der technische Putz der Familie, mineralisch mit Fasern verstärkt: Dank der TPI 3D-Struktur ist er rissfrei, in einer Schicht bis zu 30 mm dick, auch ohne Armierungsgewebe, mit CS III + M5 Festigkeit und µ ≤ 10 (der atmungsaktivste unter den Geocalce-Putzen). Er ist ideal für erdbebensichere und abplatzsichere Systeme.

In der Biocalce-Putzfamilie gibt es kein direktes Pendant: Biocalce ist auf maximale Dampfdurchlässigkeit und feine Oberfläche optimiert, nicht auf dicke, technische Schichten. Tenace kommt dort zum Einsatz, wo eine starke, rissfreie, dicke Schicht benötigt wird – auf Füllmauerwerk, als technischer Putz im WDVS (Wärmedämmverbundsystem) oder im seismischen System.

Ein wichtiger Hinweis: Tenace ist der Grundputz, nicht die fertige Oberfläche. Für eine glatte, streichfähige Oberfläche ist eine Feinputzschicht darüber nötig, zum Beispiel Intonachino Fino — die mit Schwammbrett bearbeitete Tenace-Oberfläche ist technisch und strukturiert.

Vergleichstabelle

Geocalce Intonaco Geocalce Multiuso Geocalce Tenace Biocalce Intonaco
Bindemittel NHL 3.5 + geo-Bindemittel NHL 3.5 + geo-Bindemittel NHL 3.5 + geo-Bindemittel NHL 3.5 (reiner Kalk)
Festigkeit CS II CS IV + R1 CS III + M5 CS II
Dampfdurchlässigkeit (µ) ≤ 15 13 ≤ 10 ≤ 6
Wasserabweisung W0 W1 Wc1 W1
Farbe graulich weiß graulich weiß / natur
Körnung 0–1,4 mm 0–1,4 mm 0–1,8 mm 0–2,5 mm
Schichtdicke 10–15 mm 3–30 mm in einer Schicht bis zu 30 mm bis ca. 20 mm
Hauptrolle Wirtschaftlicher Grundputz Universeller Putz-Glätt- und Reparaturputz Rissfreie technische / seismische Spitzen-Denkmal-Atmungsgrundputz

Körnung natürlicher Zuschlagstoffe – Sand, Dolomit, Marmor
Körnung natürlicher Zuschlagstoffe (Sand, Dolomit, Marmor). Quelle: Biocalce Broschüre.

Praktische Hinweise zum Kauf

  • Für Innen- und Außenbereich. Alle drei sind für den Außen- und Innenbereich geeignet. Außen sollte der Putz vom Boden und horizontalen Flächen ferngehalten werden (gegen aufsteigende Feuchtigkeit), und exponierte Fassaden sollten mit einer dampfdurchlässigen Deckschicht geschützt werden — besonders bei Geocalce Intonaco, da dieser der drei am wenigsten wasserabweisend ist (W0 im Vergleich zu W1).
  • Dies sind Grundputze, keine fertigen Oberflächen. Für eine glatte, streichfähige Oberfläche wird eine Feinputzschicht (Intonachino Fino) aufgetragen. Multiuso ist die Ausnahme: Es lässt sich auch allein glätten und haftet als einziger auch auf nicht saugfähigen Untergründen (alte Fliesen, Farbe, Beton).
  • Grundierung — meist nicht nötig. Auf normalem, saugfähigem Mauerwerk ist keine Grundierung erforderlich — es reicht, die Wand bis zur Sättigung anzufeuchten. Grundierung (Biocalce Fondo) ist nur für spezielle Untergründe nötig, z. B. Zellen- oder Porenbeton; nicht saugfähige Oberflächen übernimmt Multiuso.
  • Die Farbe sollte atmungsaktiv sein. Kalkputz nur mit dampfdurchlässiger mineralischer Farbe (Silikat- oder Kalkfarbe) überstreichen. Kunststoff- oder Acrylfarbe verschließt die Wand erneut und zerstört alles, was der Kalk bewirkt. Die Dampfdurchlässigkeit bezieht sich auf die gesamte Wand: Die am wenigsten atmungsaktive Schicht entscheidet über das Ergebnis — außen sollte der Schichtaufbau mindestens genauso offen sein wie innen.
  • Auch für Lehmwände geeignet. Diese Kalkputze sind die natürliche Wahl für Lehm- (Erde-) Wände — atmungsaktiv durch und durch. Alle drei sind für Lehm geeignet, und Tenace ist eine besonders starke Wahl: Lehmwände sind typischerweise schwach, die rissfreie, verstärkende Struktur von Tenace verleiht ihnen Stabilität — dabei bleibt es ein atmungsaktiver Kalkputz mit niedrigem Modul und bewegt sich mit der Wand.
  • Aktiv feuchte, salzhaltige Wand? Hier reicht ein glatter Putz — egal ob Geocalce oder Biocalce — allein nicht aus: Ein gezieltes, WTA-zertifiziertes Wandtrocknungssystem ist erforderlich. Dazu gibt es einen eigenen Leitfaden: Feuchte, salzhaltige Wand? Atmungsaktiver Putz oder Wandtrocknungssystem.

Welche sollten Sie wählen?

Kurz gesagt: Wenn maximale Dampfdurchlässigkeit und denkmalpflegerische Qualität im Vordergrund stehen, ist Biocalce die Antwort. Wenn Wirtschaftlichkeit, Vielseitigkeit oder strukturelle Festigkeit entscheidend sind, ist Geocalce der richtige Weg — Intonaco für wirtschaftlichen Großflächenputz, Multiuso für kleine, gemischte Arbeiten und Tenace für rissfreie, technische und seismische Schichten.

Und da beide Familien auf demselben NHL 3.5 Kalk basieren, können sie im selben System gemischt werden — oft ist die beste Lösung eine Kombination aus beiden, zum Beispiel eine wirtschaftliche Geocalce Grundschicht, darüber eine besser atmende Biocalce Glättung und eine dampfdurchlässige mineralische Farbe.

Sind Sie unsicher, welcher für Ihre Wand geeignet ist? Kontaktieren Sie uns, und wir helfen Ihnen, die passende Schichtaufbau auszuwählen — Sie können auch ein Angebot für Material + Arbeitskosten anfordern. Die Ausführung übernehmen wir ebenfalls.

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